Wann sollte mein Kind schwimmen lernen?


Urlaub am Meer, ein Hotel mit Swimmingpool - doch halt! Da gibt es ein großes Problem: das Kind kann noch nicht schwimmen. Das birgt eine beunruhigende Gefahr und sollte behoben werden. Doch dann stellt sich für viele Eltern die Frage: ab wann kann ich meinem Kind das Schwimmen beibringen? Gibt es ein perfektes Alter, ab wann ich mein Kind nicht mehr überfordere, wenn ich ihm zeige, wie man schwimmt? 

Wann ist der beste Zeitpunkt für Kinder schwimmen zu lernen?

Je früher, desto besser. Der richtige Zeitpunkt ist jedoch auch von der Entwicklung des Kindes abhängig. Wichtig ist es, Babys und Kleinkinder regelmäßig mit Wasser in Kontakt zu bringen und sie so mit dem fremden Element vertraut zu machen. Somit kann eine angstfreie und natürliche Sicherheit im Wasser vermittelt werden. Gefahren werden frühzeitig erkannt und das richtige Verhalten im und rund ums Wasser erlernt. 

Schwimmen: ein gesundes Vergnügen

Schwimmen ist nicht nur der beste Schutz vor dem Ertrinken, sondern darüber hinaus auch noch ausgesprochen gesund. Die Muskeln bewegen sich im Wasser mit geringerem Kraftaufwand. Das schont die Gelenke. Zusätzlich stärkt Schwimmen das Immunsystem, fördert den Gleichgewichtssinn und das Körpergefühl.

Weshalb ist es so wichtig, dass Kinder möglichst früh schwimmen lernen?

Der Umgang mit Wasser birgt Gefahren und verzeiht dadurch kein Fehlverhalten. Kinder sollten deshalb möglichst früh eine minimale „Selbstrettungskompetenz“ erlangen, um sich selbst aus Gefahrensituationen befreien zu können. Sobald sich Kinder im Wasser zum Beispiel auf den Rücken drehen können, sind sie in der Lage, sich über Wasser zu halten. Das kann entscheidend sein. Im frühen Kindesalter ist zudem die Fähigkeit, Neues zu erlernen sehr hoch. So können neue Bewegungsmuster schneller und besser umgesetzt und verinnerlicht werden.

Schwimmen lernen klappt ab ca. 5 Jahren

Je früher ein Kind schwimmen kann, desto besser. Das hilft nicht nur bei der Vermeidung von Schwimmunfällen, sondern gibt dem Kind auch das Gefühl von Sicherheit, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit, was letzlich dem Selbstvertrauen dient. Die besten motorischen Voraussetzungen zum richtigen Schwimmen lernen haben normal entwickelte Kinder jedoch erst im fünften bis sechsten Lebensjahr. Zu diesem Zeitpunkt möchten es die meisten Kinder bereits von selbst lernen.

Mit Paddelbewegungen und „Hundekraulen“ kann sich ein Kind ab etwa vier Jahre meistens schon über Wasser halten und sich gegebenenfalls ein paar Meter zurücklegen. Auch erste Grundfertigkeiten wie das Tauchen und Gleiten im Wasser können Vierjährige schon üben.

 Eine Faustregel besagt, dass Körperbeherrschung und Motorik dann ausgereift zum Schwimmen lernen sind, wenn das Kind sicher und ohne Stützräder Fahrrad fahren kann. Das Brustschwimmen erfordert dabei einiges an Koordination hinsichtlich der Arm- und Beinbewegungen sowie der Atmung, weshalb jungen Schwimmanfängern in der Regel die Wechselschlagschwimmarten Kraulen und Rückenschwimmen leichter fallen.

Macht Babyschwimmen Sinn?

Viele Eltern gehen auch schon mit Ihren Babys und Kleinkindern zum Babyschwimmen. Das ist gesund und macht allen Beteiligten Spaß. Schwimmen lernen die Kinder in diesem Alter allerdings noch nicht – das ist aber auch gar nicht der Sinn solcher Kurse. Sie fördern vielmehr das Schutzempfinden, weil Kinder, die ans Wasser gewöhnt sind, sich in diesem Element in Gefahrensituationen instinktiv richtig verhalten.

Mein Kind mag nicht ins Wasser!

Wenn Kinder wasserscheu reagieren, liegt das fast immer an einer negativen Erfahrung, die sie in Verbindung mit Wasser gemacht haben. Lassen Sie Ihrem Kind etwas Zeit und probieren Sie es nach ein paar Wochen oder Monaten noch einmal. Viele Kinder durchlaufen Phasen, in denen sie nicht ins Wasser wollen. Wenn Eltern Angst vor dem Wasser haben, kann sich diese Angst unbewusst auf die Kinder übertragen. Hier kann ein geprüfter Schwimmlehrer sehr hilfreich sein.

Mein Kind hat ein Schwimmabzeichen gemacht. Muss ich trotzdem noch aufpassen?

Auch wenn Ihr Kind bereits ein Schwimmabzeichen gemacht hat, heißt das noch nicht, dass es wirklich sicher schwimmen kann. Oft überschätzen sich die Kleinen noch. Gerade wenn es gilt, längere Strecken zurückzulegen, wenn das Wasser recht kalt ist oder wenn hoher Wellengang herrscht, ermüden Kinder sehr schnell. Bis Ihr Kind sicher über lange Strecken schwimmen kann, sollten Sie deshalb vorsichtshalber immer in der Nähe sein.

 

 

Um das Ganze mit einem deutschen Sprichwort abzuschließen:

„Wer nicht ins Wasser geht, kann auch nicht schwimmen lernen.“